Der Verein

Anheizgrube

Der Schwäbische Eisenbahnverein e. V. (SEV) zählt derzeit etwa 80 Mitglieder (incl. Familienmitglieder) und besteht seit über 30 Jahren. Der Schwerpunkt seiner satzungsgemäßen Ziele ist es, eine Dampfbahnanlage zu erstellen und zu betreiben, um damit die Bahntechnik, schwerpunktmäßig die Dampftechnik, demonstrieren zu können. Im Zusammenhang damit bieten wir:
  • Für Lok-Besitzer die Möglichkeit auf einer großen Anlage mit dem eigenen Fahrzeug zu fahren

  • Für Lok- und Fahrzeugbauer Unterstützung und Beratung beim Bau ihrer Fahrzeuge, besonders auch für Anfänger

  • Für diejenigen die keine eigene Lokomotive haben Fahrmöglichkeit mit den vereinseigenen Dampf- und Elektroloks nach entsprechender Schulung

Wie alles begann

Gegründet wurde der Verein 1975 in Ochsenhausen (Landkreis Biberach) und hatte zunächst das Ziel, eine dampfbetriebene Museumsbahn auf der jetzigen Öchsle-Strecke zu betreiben. Da dieses damals aufgrund verschiedener Schwierigkeiten nicht realisierbar war, fasste der Vorstand, den Entschluss eine Minidampfbahn zu betreiben. Dies erfolgte nach dem Motto "wenn schon keine große Eisenbahn, dann wenigsten eine kleine", denn Dampf und Rauch gibt´s bei beiden und die Funktionsweise ist dieselbe, nur der Maßstab ist ein anderer".

In Aulendorf konnte im Jahr 1978 eine Anlage mit den Spuren 5" und 10 1/4"-Zoll aufgebaut werden, die um eine Denkmalslok herumführte, die beim Bahnhof Aulendorf aufgestellt ist.

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Bilder aus vergangenen Tagen in Aulendorf

Aufgrund steigender Mitgliedszahlen und wegen der großen Nachfrage beim "Mitfahren" wurde die Aulendorfer Anlage ständig erweitert, bis schließlich eine Streckenlänge von 350 Meter erreicht wurde.

1983 konnte das ursprüngliche Vereinsziel "mit Dampf nach Ochsenhausen" einmalig und auch in etwas anderer Form doch noch realisiert werden: Es war schon etwas besonderes mit einer 5"-Lok auf einer 750 mm-Strecke zu fahren! Wie das ging, sehen Sie hier:

Der Verein konnte in Aulendorf bis zum Jahr 1999 seinen Fahrbetrieb durchführen. Als die Saison am 17.10.1999 endete, waren wir in Gedanken aber bereits nach dem etwa 7 km entfernt gelegenen Kürnbach umgezogen, wo wir eine neue Anlage aufbauen wollten.

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Die letzte Dampflokparade in Aulendorf

Update zur BR 50 - Denkmalslok:

Und jetzt hat ihr Elend in Aulendorf ein Ende: Die Stiftung Historischer Eisenbahnpark Niederrhein ( www.stiftung-deutsche-eisenbahn.de/shepn/?act=1) hat die Lok für rund 11.000 € erworben. Am 19.Mai 2010 wurde die Lok verladen und nach Moers-Rheinkamp transportiert. Dort steht sie, inzwischen äußerlich aufgefrischt, und soll irgendwann einmal wieder zum Fahren kommen. Wir vom Schwäbischen Eisenbahnverein wünschen ihr für die Zukunft alles Gute und hoffen, dass es ihr im Norden Deutschlands besser ergeht als damals hier in Aulendorf. - siehe auch hier.

Warum eine neue Anlage?

Ganz einfach: Die Stadt Aulendorf plante zur Entlastung des innerstädtischen Verkehrs den Bau einer Umgehungsstraße entlang der Bahnlinie. Und gerade in diesem Bereich befand sich seit Jahren unsere bekannte Gleisanlage, die nun den Plänen der Verwaltung im Wege stand. Da half alles Jammern und Wehklagen nichts, unsere Tage an dem angestammten Platz waren unwiderruflich gezählt.

Leider konnte die Stadt Aulendorf kein brauchbares Ersatzgelände für eine neue Anlage anbieten. Wir mussten also selbst Ausschau nach einem geeigneten Grundstück halten.

Wie kamen wir nun zu einer neuen Anlage?

Bei Bad Schussenried betreibt der Landkreis Biberach das Oberschwäbische Museumsdorf Kürnbach und es lag nahe, dort sich nach einem geeigneten Gelände umzusehen. Also wurde Kontakt mit der Stadt und dem Landkreis aufgenommen mit dem überraschenden Ergebnis eines durchaus wohlwollenden Entgegenkommens für unsere Wünsche. Landrat und Kreistag sahen in unserem Vorhaben eine Bereicherung und Ergänzung zum Museum und damit eine zu erwartende Steigerung der Besucherzahlen. Beim notwendigen Grunderwerb, der Erschließung und auch sonst wurden wir daher vom Landkreis stark unterstützt, wofür wir sehr dankbar sind.

Bau der neuen Anlage

Im Frühjahr 2000 wurde mit dem Bau der Dampfbahnanlage begonnen. Die Fundamentierungsarbeiten für die Gebäude, die Verlegung der Ver- und Entsorgungsleitungen und die Herstellung des Erschließungsweges wurden von einer Baufirma durchgeführt. Alle anderen Arbeiten wurden von den Vereinsmitgliedern in Eigenleistung durchgeführt. In der Zwischenzeit wurden über 12.000 Arbeitsstunden innerhalb von vier Jahren von durchschnittlich etwa 20 aktiven Mitgliedern erbracht!

Baumannschaft
Die Baumannschaft beim 1. Ringschluss

Schon im Juni 2001 konnte ein erster, bescheidener Teil des geplanten Streckennetzes in Betrieb genommen werden. Weitere Teilabschnitte folgten jeweils zum Dampffest in den Jahren 2002 und 2003.

Eröffnung der Dampfbahnanlage

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Eröffnung Eröffnung

Am 4. April 2004 wurde dann die Gesamtanlage feierlich eröffnet und zugleich die Fahrsaison 2004 gestartet.

In seiner Ansprache bedankte sich Eberhard Schlegel, Vorstand im SEV Kürnbach, ausdrücklich für die Unterstützung durch den Landkreis Biberach bei unserem Dampfbahnprojekt.

Besonderer Dank galt dabei Herrn Landrat Peter Schneider, der sich für die Bahn stark engagiert hatte. Nur so war der Start für das Projekt Kürnbach überhaupt möglich. Und nicht nur der Landrat, auch der Kreistag, die Stadt Bad Schussenried und viele andere Stellen sahen in den Minizügen eine neue Attraktion im Landkreis Biberach und setzten sich für die Realisierung ein. Nicht zu vergessen sind die vielen Sponsoren, ohne deren Mitwirken eine so große und herrliche Dampfbahnanlage nicht hätte entstehen können.

Landrat Schneider dankte den Mitgliedern des SEV für die beachtliche Leistung, die mit diesem Projekt erbracht wurde. Er erwähnte auch, dass er und der Kreistag nicht enttäuscht wurden von dem, was im Jahre 1998 mit Plänen und Entwürfen vorgetragen wurde und was heute in Natura zu sehen sei. Dem Schwäbischen Eisenbahnverein wünschte der Landrat für die Zukunft alles Gute und viele Fahrgäste, die sich an der schönen Anlage erfreuen können. Nach den Ansprachen wurde Landrat Peter Schneider die erste Ehrenmitgliedschaft im Verein verliehen.


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Dann war es soweit, der Startschuss wurde gegeben und das rot-weiße Band durchtrennt. Der erste Zug mit den Ehrengästen begab sich auf die Strecke und viele Modellzüge drehten bis in die frühen Abendstunden ihre Runden auf der neuen Anlage.

Hier das Video von der Eröffnung:

Weiterer Ausbau

Seither wurden verschiedene Erweiterungen an und auf unserer Anlage durchgeführt. Für die 7 1/4"-Fahrzeuge wurden eine 5-gleisige Abstellgruppe gebaut, um vor allem am Dampffest diesen Fahrzeugen ausreichende Abstellmöglichkeit zu bieten. Im Bahnhof wurde ein reines 5"-Gleis in ein 4-Schienengleis mit entsprechender Anbindung für die großen Spuren 7 1/4" und 10 1/4" umgebaut. Auch ein solider Geräteschuppen als Ersatz für die bisher dafür verwendete alte Bauhütte wurde errichtet.

Heute
Die Dampfbahnanlage heute